NLP
NLP (Neurolinguistische Programmierung) vereinte zunächst verschiedene psychotherapeutische Ansätze, u. a. aus der Hypnotherapie, Familientherapie und Gestalttherapie zu ziel- und lösungsorientierten Verfahren der Therapie sowie anderer Bereiche der Kommunikation (z. B. Coaching, Managementtechniken). Kennzeichnend für die neurolinguistische Programmierung ist das Modellieren von erfolgreichen Kommunikationstechniken sowie das sogenannte Reframing (Wechsel des Betrachtungsrahmens). Es verzichtet bewusst auf eine Vertiefung individueller, handlungsbeschränkender Erfahrungen zugunsten einer Stärkung individueller Ressourcen.

Robert Dilts, einer der NLP-Entwickler, unterscheidet drei Ebenen des NLP-Modells: NLP Epistemologie, NLP Methodologie und NLP Technologie. Die NLP Epistemologie beinhaltet dabei grundsätzliche Unterscheidungen darüber, wie Menschen Modelle der Welt bilden und greift dabei auf Ideen von Gregory Bateson, Alfred Korzybski und Hans Vaihinger zurück; die NLP Methodologie will Modelle erkunden, auf denen exzellentes Tun anderer Menschen beruht, versucht diese nachzubilden und lehrbar zu machen. Diese Methode nennt sich „Modelling“ oder systematisches „Lernen am Modell“. NLP Technologie schließlich beinhaltet spezifische Techniken und Verfahrensweisen der Veränderung subjektiven Erlebens, die im Zuge solcher Modellierungsprozesse gefunden und systematisiert wurden. Viele spätere Vertreter verstehen NLP nur noch als ein Modell der zwischenmenschlichen Kommunikation und Sammlung unterschiedlicher psychologischer Verfahren und Modelle, die zu einer effizienteren zwischenmenschlichen Kommunikation und Einflussnahme führen sollen. Sie reduzieren NLP damit auf seine Technologie und lassen seine epistemologischen und methodologischen Grundlagen außer acht.

NLP ist in kritischer Abgrenzung von der wissenschaftlichen Psychologie entstanden. Es hat nur wenig Unterstützung und Interesse in der akademisch orientierten psychologischen Fachliteratur erfahren. Der Großteil der Untersuchungen fand in den frühen 80er Jahren statt.. Dies führte dazu, dass Kritiker aus der Skeptikerbewegung NLP als „Pseudowissenschaft“ oder eine „New-Age-Form“ der Psychotherapie ablehnten. In neuerer Zeit entstand an der University of Surrey ein Projekt „NLP and Learning“, das sich unter anderem zum Ziel gesetzt hat, die epistemologischen Grundlagen des NLP erneut zu überdenken und zu neuesten Ergebnissen der Kognitionsforschung, besonders der kognitiven Linguistik, in Beziehung zu setzen. Die meisten NLP-Anwender und -Verbände betrachten dagegen NLP weder als Wissenschaft noch als eine Form der Psychotherapie, sondern als ein Modell menschlichen Lernens und menschlicher Kommunikation. Es gehört heute neben der Transaktionsanalyse, dem Psychodrama, der themenzentrierten Interaktion und einigen anderen Verfahren zu den am weitesten verbreiteten Methoden der Kommunikations- und Verhaltenstrainings auf dem Weiterbildungsmarkt.
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